Biographie von Udo Wachtveitl
(November 2002)
Udo Wachtveitl - der Tatort-Kommissar Franz Leitmayr
Udo Wachtveitl ist München treu geblieben. Er kam am 21. Oktober 1958 in München-Pasing zur Welt und wohnt nun seit längerer Zeit in unserem Stadtviertel. Aufgewachsen ist er allerdings am östlichen Ende der Stadt, in München-Zamdorf. Über eine Tante bekam er eher zufällig Kontakt zur Filmbranche und übernahm erste kleine Rollen vor der Kamera. Er machte Schallplattenaufnahmen für "Fix und Foxi" sowie für Märchen. Es folgten Synchronisationen und zahlreiche Einsätze als künstlerischer Sprecher für Hörspiele beim Bayerischen Rundfunk.
Wachtveitl sammelte erste Bühnenerfahrung als Gitarrist am Michaeli-Gymnasium München, wo er in der Schülerband auftrat. Nach dem Abitur leistete er Zivildienst beim Giftnotruf, nahm Schauspielunterricht und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München einige Semester Jura.
Sein erstes Theaterengagement bekam Wachtveitl 1980 am Münchner Theater der Jugend am Elisabethplatz, wo er in der "Dudu-Dada-Show" in rund 20 verschiedenen Rollen zu sehen war.
In den folgenden Jahren spielte Wachtveitl in einer Reihe bekannter BR-Serien mit: 1982 unter Rainer Wolffhardts Regie in "Die Rumplhanni" (nach einem Buch von Lena Christ; mit Monika Baumgartner in der Titelrolle); 1984 mit Hans Reinhard Müller und Gaby Dohm in Bernd Fischerauers 20-teiliger Bierbrauersaga "Die Wiesingers", sowie mit Ida Ehre, Karl Lieffen und Willi Harlander in Rainer Schwabenitzkys "Schloßherren". In "Hans im Glück" war Wachtveitl der Toni (Regie: Frank Strecker). 1987 holte ihn Franz Xaver Bogner als "Paragraphen Fritzi" in seine 44-teilige Serie "Zur Freiheit" (mit Ruth Drexel und Toni Berger in den Hauptrollen).
Wachtveitl war in den 80er Jahren außerdem in Fritz Umgelters Verfilmung von Gerhart Hauptmanns "Die Weber" zu sehen, in Hagen Müller-Stahls "Die Hexe von Köln", in Tom Toelles "Bretter, die die Welt bedeuten" und in "Crash". "Schattenmann"-Regisseur Dieter Wedel engagierte Wachtveitl 1985 für die Fernseh-Mehrteiler "Der Mann, der keine Autos mochte", später für "Kampf der Tiger" und "Wilder Westen inklusive." Wachtveitl arbeitete außerdem mit einer Reihe weiterer namhafter Regisseure zusammen, darunter mit Dominik Graf und Claude Lelouch.
Seit 1991 ist Udo Wachtveitl als Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr, zusammen mit den Kollegen Miroslav Nemec, Ermittler im Morddezernat am TATORT des Bayerischen Rundfunks. In der SAT.1-Serie "Solange es die Liebe gibt" war Wachtveitl im Sommer 1996 als Monika Baumgartners "große Liebe" namens Hans zu sehen. In dem ZDF-Fernsehfilm "Stürmischer Sommer" spielte er 1997 den Kapitän Christoph Singer, der sich nach seiner Rückkehr an den Chiemsee in eine gefährliche Liebesaffäre manövriert. Anfang Juli 1998 war er im ZDF-Sekten-Drama "Wie eine Spinne im Netz" als Arzt zu sehen.
Im Januar 1999 spielte Wachtveitl im PRO7-Hochsee-Thriller "Tödliches Ultimatum" den brutalen Anführer einer Terroristengruppe, die einen Luxusliner entert.
Im Juni 2002 lief mit großem Erfolg sowohl im Ersten wie auch in ORF 2 die ORF-/BR-Tragikomödie von Wolfram Paulus "Zwei Affären und noch mehr Kinder". Der Film, im Herbst 2001 in Wien mit Sissy Höfferer als Ehefrau und Marion Mitterhammer als Geliebte gedreht, wurde im März auf dem Grazer Filmfest DIAGONALE 2002 unter dem Titel "Regentage" uraufgeführt.
Udo Wachtveitls neue Leidenschaft heißt allerdings Drehbuchschreiben und Filmregie: 2000 lief im Ersten und im Bayerischen Fernsehen "Silberdisteln", sein vielbeachtetes Debüt als Fernsehautor und -regisseur. Der schwarze Krimi (SWR/BR) mit Harald Juhnke, Heinz Schubert, Dieter Hildebrandt, Rosemarie Fendel und Heinz-Joseph Braun spielt in einem Altenheim und hält mörderische Überraschungen bereit.
Ebenfalls 2000 lief im Ersten Wachtveitls mittlerweile mehrmals wiederholte, in Karlsruhe für den SWR inszenierte Gaunerkomödie "Krieger und Liebhaber" (Buch: Michael Illner), mit Hilmar Thate als Mafiaboss Cäsar Klein, Marie Bäumer als dessen Freundin, und Dieter Pfaff als Cäsars Gourmetkoch.
Trotz seiner umfangreichen Tätigkeiten im Schauspielbereich ist Udo Wachtveitl nach wie vor beim Bayerischen Rundfunk als künstlerischer Sprecher für Hörspiele tätig. Außerdem tourt er seit Herbst 1998 immer wieder mit Hans Kriss (als zweitem Sprecher), Andreas Koll (Akkordeon), Erwin Rehling (Percussion) und Sebastiano Tramontana (Posaune) durch Bayern, mit der musikalisch untermalten und bei Publikum und Kritikern ausgesprochen beliebten Lesung "Mörderisches Bayern" - das sind Ausschnitte aus Robert Hültners preisgekrönter Krimitrilogie "Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski", "Walching" und "Die Godin". Neue Auftritte gibt es wieder 2003, u.a. am 6. Februar in Gabersee bei Wasserburg, am 8. Februar in Pfarrkirchen und am 27. Februar in Aschaffenburg. Tourdaten unter: www.moerderisches-bayern.de.
Des weiteren trat Udo Wachtveitl mit dem hr-Brass Ensemble als Sprecher für "Peter und der Wolf" in Emden auf. Zusammen mit dem Komponisten und Musiker Friedemann Wuttke hatte er Live-Auftritte mit Texten und Musik zum Thema "Die Nacht". Udo Wachtveitl ist außerdem Sprecher verschiedener Hörspiel-CDs, darunter von Mark Twains "Huckleberry Finn" als Tom Sawyer und als Erzähler des Thrillers "German Angst" von Krimi- und Romanautor Friedrich Ani.
Auch als Buchautor versuchte sich Wachtveitl mit Erfolg: Zusammen mit Carl-Ludwig Reichert von den drei "Sparifankerln" übersetzte er einen Band der "Asterix"-Bücher ins Münchnerische (nicht ins Bayerische, darauf legt Wachtveitl Wert). Das Werk unter dem Titel "Ozabfd is" ("Angezapft ist" - das hochdeutsche Asterix-Original heißt: „Der Kampf der Häuptlinge") wurde längst zum Bestseller.
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