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Martin GÜLL

Flexible Grundschulen brauchen
mehr Personal und ein gutes Konzept

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Martin Güll hält eine flexible Eingangsphase in der Grundschule grundsätzlich für richtig und wichtig, fordert aber mehr Personal und kleinere Klassen. „Wir müssen den Übergang zwischen Kindertagesstätten und Schule kindgerecht gestalten und dem enorm breiten Spektrum der Kinder gerecht werden“, so Güll. Dafür sollten die Lehrkräfte Zeit und beste Bedingungen haben, um sich den Kindern zuwenden zu können. Eine Lehrerin allein könne das, zumal in größeren Klassen mit immer noch bis 28 Schülern, auf keinen Fall leisten. In der bestmöglichen pädagogischen Betreuung liege der Schlüssel für optimale individuelle Förderung, nicht in der Frage, ob ein Kind ein, zwei oder drei Jahre für die zweijährige Eingangsstufe benötigt, weiß der frühere Schulleiter.

Der Modellversuch Flexible Eingangsstufe, wie er von Kultusminister Spaenle angepriesen wird und jetzt auch noch ausgeweitet werden soll, ist aber aus Sicht von Güll so überflüssig wie ein Kropf. Die CSU müsse endlich kapieren, dass Verbesserungen im Bildungsbereich nur mit mehr Personal und guten pädagogischen Konzepten zu erreichen sind. Und daran fehle es den bayerischen Grundschulen. Güll: „Spaenle hat am Ende des letzten Schuljahres hunderte junge Lehrkräfte in die Wüste geschickt, statt sie für individuelle Förderung und die Bildung kleiner Klassen in der Anfangsphase einzustellen. Der größte Treppenwitz der bayerischen Schulpolitik ist allerdings, dass nach der Eingangsphase die angedachte individuelle Förderung in eine knallharte Auslese überwechselt. In der dritten und vierten Klasse geht es doch nur noch um den Notenkampf. Hier sollte und muss sich Spaenle etwas Neues ausdenken, damit die Kinder in der Übertittsralley nicht kaputt gemacht werden.“

Martin GÜLL

Übertrittsverfahren:
CSU zeigt Eltern die kalte Schulter

26.01.2012 - Der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, Martin Güll, fordert die Freigabe des Elternwillens beim Übertritt in eine weiterführende Schule. Er unterstützt damit eine Petition, die von 40 Organisationen, unter anderem vom Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV), vom Bayerischen Elternverband (BEV) und dem Deutschen Kinderschutzbund eingereicht und heute im Bildungsausschuss mit den Stimmen der Regierungskoalition abschmettert wurde. „Ich bin enttäuscht über die kompromisslose Ablehnung des Anliegens. Auch für mich steht fest, dass das Übertrittsverfahren nach der Grundschule für viele Kinder eine enorme Belastung bedeutet, aber die Haltung der CSU ist wie in Beton gemeißelt. Keinen Zentimeter rückt sie ab, sie will den Notendruck und das Leiden der Kinder nicht beenden“, stellt Güll fest.

Güll ist dafür, den Elternwillen komplett freizugeben: „Wer in sein Schulsystem Vertrauen hat und die hohe Beratungskompetenz der Lehrkräfte vor allem in der Grundschule anerkennt, der kann auch Verantwortung an die Eltern abgeben.“ Der SPD-Bildungsexperte argumentiert, dass bereits elf von 16 Bundesländern diesen Weg beschritten haben. Die Eltern hätten sich jeweils sehr verantwortungsbewusst verhalten. „Nur in Bayern entscheidet ein Notendurchschnitt fast ausschließlich über den weiteren Bildungsweg der Kinder“, stellt der Abgeordnete fest und fügt hinzu: „Bildungschancen können doch nicht von Zehntelnoten abhängen!" Der bildungspolitische Sprecher verweist deshalb darauf, dass man neben der Freigabe des Elternwillens endlich auch den Einstieg in kindgerechtere Schulformen wie die Gemeinschaftsschulen schaffen muss. „Wir sollten endlich mit dem unsäglichen Sortieren der Kinder nach der Grundschule Schluss machen und alle Talente bestmöglich in einer individualisierten Schule bedienen. Das geht in einer pädagogisch neu ausgerichteten Gemeinschaftsschule hervorragend“, so Martin Güll.

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