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Ingrid ANKERIngo MITTERMAIER

SPD-Stadtratsfraktion fordert eigenständigen Lehrstuhl für Hygiene und Umweltmedizin

Derzeit gibt es auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Krankenhaushygieniker. Entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote wurden in den letzten Jahren reduziert. Daher plädiert die SPD-Stadtratsfraktion heute in einem Antrag dafür, dass die Landeshauptstadt München den Freistaat Bayern auffordert in München einen eigenen Lehrstuhl für Krankenhaushygiene und Umweltmedizin einzurichten.

Der Freistaat Bayern und der Bund schreiben mit der „Verordnung zur Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen“ (MedHygV) und der Novelle des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) vom 04.08.2011 in bestimmten medizinischen Einrichtungen den Einsatz von Hygienefachkräften und Hygieneärzten (hygienebeauftragte Ärzte, Krankenhaushygieniker) verbindlich vor.

Ingo Mittermaier, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion:

„Doch obwohl daraus ein entsprechender Bedarf an ausgebildetem ärztlichen Hygienefachpersonal entsteht, gibt es das auf dem Arbeitsmarkt nicht in ausreichender Anzahl, was beispielsweise an unbesetzten Stellen im städtischen Referat für Umwelt und Gesundheit abzulesen ist. Wenn Bund und Freistaat jedoch die Beschäftigung von Hygieneärzten festschreiben, müssen sie auch handeln und für die entsprechende Zahl an Weiterbildungsstellen für Fachärzte sorgen. Sonst bleiben die gut gemeinten Paragraphen ein Papiertiger.“

Der Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF) kritisiert ebenfalls, dass die Weiterbildungsstellen in den letzten Jahren kontinuierlich reduziert wurden (1). So haben von 36 medizinischen Fakultäten nur noch 11 einen Lehrstuhl für Hygiene und Umweltmedizin.

Dr. Ingrid Anker, Stadträtin und Mitglied im Gesundheitsausschuss:

„Der Freistaat muss den Ärztemangel in der Krankenhaushygiene schleunigst beheben und einen eigenen Lehrstuhl für Krankenhaushygiene und Umweltmedizin in einer der beiden medizinischen Fakultäten Münchens einrichten. Das würde auch das Fachgebiet der Krankenhaushygiene deutlich aufwerten und dem Schwund an Weiterbildungsstellen entgegenwirken.“

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